Blockchain und AI: Diese Kombination wird die Welt verändern!

Inhalt dieses Beitrags

Zu den spannendsten Technologien, welche heute zu finden sind, gehören die Blockchain-Technologie und künstliche Intelligenz (KI oder AI). Beides sind sehr unterschiedliche Technologien mit verschiedensten Anwendungsfällen. Was aber passiert, wenn sich Blockchain und KI treffen? Was für Anwendungsfälle entstehen daraus? Welche Ideen hierzu werden heute bereits umgesetzt? Dies wird hier beantwortet. Aber zunächst ein paar Begriffsbestimmungen.

Was sind die Vorteile von Blockchain?

Blockchain weist einige Vorteile und Anwendungsfälle auf. Bekannt wurde die Blockchain durch Coins, mittels derer hauptsächlich spekuliert wird. Aber die Technologie kann noch viel mehr. Blockchain hat zwei essentielle Vorteile:
  • Dezentralität

Mittels Blockchain können Anwendungen geschaffen werden, welche dezentral und ohne Mittelsmann auskommen können. Durch verschiedene Systeme wird sichergestellt, dass die Daten dezentral abgespeichert werden, aber nicht von jedem beliebig verändert werden können. Das bedeutet aber auch, dass eine Blockchain wenig Sinn macht, wenn man die Anwendung sowieso zentral steuern möchte.
  • Unveränderbarkeit

Was auf der Blockchain gespeichert wird, hat Bestand und kann nicht mehr beliebig verändert werden. Damit eignet sich die Blockchain für Anwendungen, welche Daten für eine lange Zeit konstant halten sollen.

Smart Contracts einfach erklärt

Smart Contracts sind ein besonderer Anwendungsfall einer Blockchain. Was Smart Contracts sind, wird bereits in diesem Video erklärt:

Zusammenfassend: Smart Contracts sind unveränderliche Verträge auf der Blockchain. Der Vorteil ist, dass diese eben nicht einfach im Nachhinein verändert werden können. Sie reduzieren damit Unsicherheit. Sicherheit ist im Wirtschaftsleben essenziell, weil sie Transaktionskosten erheblich senken kann. Wenn ich immer auf der Hut sein muss, dass der Geschäftspartner mich betrügt und Verträge nicht einhält, so muss ich mehr Geld für meine Absicherung ausgeben. Smart Contracts können diese Kosten erheblich reduzieren.
Dieses Youtube Video erklärt auch gut, wie Smart Contracts zu einer effizienteren Vertragsgestaltung führen könnten:

Wofür kann man künstliche Intelligenz verwenden?

KI wird eingesetzt, um Wissen über die Welt zu erlangen.
Heutige KI Systeme sind beispielsweise Meister der Mustererkennung. Gibt man einer KI nur genügend Daten, so wird sie Muster daraus erkennen können und damit neue Zusammenhänge aufzeigen können. Gleichzeitig lernt die KI, Sensoren besser einzusetzen. So ist die Sprach- und Bilderkennung und im Anschluss -Generierung ein Anwendungsfall. Somit kann die KI eingesetzt werden, um dem Computer sehen zu lernen.
Grob kann zwischen folgenden Arten von künstlicher Intelligenz unterschieden werden:

Was ist der Unterschied zwischen Blockchain und künstlicher Intelligenz?

Die Technologien Künstliche Intelligenz und Blockchain könnten nicht unterschiedlicher sein. Die Unterschiede in den Anwendungsfällen können auch in diesem Video gesehen werden:
 

Metaphorisch gesprochen verhält sich die Blockchain wie ein Stein: Unveränderlich. Die KI verhält sich wie Wasser: Sie findet immer neue Wege.

Blockchain und AI: Duo mit sechs Fäusten!

Was passiert nun aber, wenn diese so gegensätzlichen Technologien kombiniert werden? Was, wenn man das beste aus beiden Welten nehmen könnte? Hier tun sich spannende Möglichkeiten auf.

Blockchain und AI kombiniert: Das passiert bereits!

Die beiden Anwendungsfälle Singularity.net und Fetch.ai benutzen die beiden Technologien auf ähnliche Weisen. So wird die Blockchain benutzt, um Werteausgleich, also Bezahlung automatisierbar, nachvollziehbar und steuerbar zu machen. Künstliche Intelligenz wiederum wird über diese Plattformen modular verfügbar gemacht. Dies fördert so die Entstehung und Entwicklung von AI-Anwendungen.

Singularity.net

Der spannendsten Anwendungsfall einer Kombination von KI und Blockchain ist Singularity.net. Singularity.net bezeichnet sich selbst als „world’s first decentralized AI network.“
Singularity.net ist also ein dezentraler Marktplatz für Anwendungen von künstlicher Intelligenz. Über diesen Marktplatz können Anwendungen angeboten und nachgefragt werden werden. Aber es können auch Anwendungen kombiniert werden. Brauche ich beispielsweise eine Anwendung, welche Bilderkennung mit Spracherkennung kombiniert, so kann ich mir diese Komponenten zusammenstellen. Singularity.net besitzt auch ein eigenes Token: Hier kommt die Blockchain ins Spiel. Mit diesem Token wird die Verwendung der KI-Anwendungen entschädigt. Der AI Einsatz von Singularity.net sind also die Anwendungen. Der Blockchain Einsatz ist die Bezahlung dieser Anwendungen.

Fetch.AI

In eine ähnliche Kerbe schlägt Fetch.AI. Fetch AI möchte ein „open access, tokenized, decentralized machine learning network“ erstellen. Fetch AI zeichnet sich jedoch durch erstens eine starke institutionelle Einbindung aus, Firmen wie Bosch und Telekom sind mit an Bord. Zweitens sind die Anwendungsfälle konkreter.
Beispiele für Anwendungsfälle sind:

Delivery Agents „enables anyone to easily build multi-agent-based mobility services.“ Damit können Supply Chains nachverfolgbar gemacht werden und bereits während dem Transport ein Wertausgleich stattfinden. Oder Uber könnte dezentral nachgebaut werden.

Smart City Anwendungen lassen den Verkehr in Städten durch KI-Anwendungen effizienter und damit umweltfreundlicher werden.

Collective Learning Methoden lassen Daten für AI Anwendungen teilen, ohne dass Privatsphäre aufgehoben wird. So können Spitalsdaten für das Training von KI eingesetzt werden, ohne dass diese tatsächlich offengelegt werden müssen.

Dies sind nur drei spezielle Anwendungsfälle. Fetch.AI nimmt hier eine Vorreiterrolle in der Kombination von AI und Blockchain ein.

Die Zukunft von Blockchain und künstlicher Intelligenz

Die Problematik von Smart Contracts

Ein Anwendungsfall der Kombination von Blockchain und AI, welcher bisher nicht erwähnt wurde und für den noch kein Beispiel auffindbar war, soll hier beschrieben werden. Dieser Anwendungsfall kommt aus einer Problematik von Smart Contracts. Smart Contracts sollen den Vorteil haben, Streitfälle zwischen Vertrangsparteien zu verringern. Sie machen dies, indem sie den Vorteil, welchen der Vertrag bringt, von dessen Erfüllung abhängig machen.

Ein Beispiel für einen Smart Contract

Ich möchte mich gegen Kursverfall von Bitcoin absichern. Hier wäre es möglich, eine Wette mit jemandem abzuschließen. Wir wetten, ob der Kurs von Bitcoin unter einen gewissen Betrag fällt. Fällt Bitcoin darunter, zahlst du mir etwas. Bleibt Bitcoin über diesem Wert, zahle ich dir etwas. Damit habe ich mir den Bitcoin Kurs abgesichert. Die Erfüllung dieses Vertrages kann über einen Smart Contract ausgeführt werden. Der Wetteinsatz wird auf der Blockchain reserviert. Den Ausgang der Wette kann der Smart Contract auch leicht überprüfen, wenn wir uns geeinigt haben bei der Erstellung, woher die Daten für den Bitcoin Kurs kommen.

Das Problem von Smart Contracts: Überprüfbarkeit

Problematischer werden Smart Contracts bei Abmachungen, welche nicht so leicht digital überprüfbar sind. Denn hier könnten wir den Vertrag gleich auf Papier aufschreiben. Im Streitfall bräuchten wir noch immer einen Anwalt. Der Smart Contract könnte nicht automatisiert ausgelöst werden.

Die Lösung für das Problem von Smart Contracts: KI!

Und hier kommt künstliche Intelligenz ins Spiel. KI ermöglicht die Integrierung und Digitalisierung von Geschehnissen in der realen Welt. Eine KI kann gut erkennen, ob es sich um einen Hund oder eine Katze handelt, welche gezeigt wird. Eine KI kann Stimmen unterscheiden. Mittels KI können Sensoren so stark verbessert werden, dass beinahe kein Irrtum mehr vorliegen kann.
Damit schließt sich immer mehr der Kreis zwischen realer Welt und digitaler. Mit KI-Programmen kann somit die Erfüllung eines Smart Contracts von Daten und Geschehnissen abhängig gemacht werden, die zuvor nicht durch den Computer überprüfbar waren.
Dies ist ein Anwendungsfall, welcher die Macht von Blockchain, Smart Contracts und KI verbinden wird und damit entgültig ein Internet of Things ermöglicht. Dies ist noch Zukunftsmusik. Aber wenn Sensoren so weit in die Welt integrierbar sind, dass sie beinahe alle Geschehnisse messen können, ermöglichen sie den Einsatz von richtigen Smart Contracts – also von Verträgen, die sich auf reale Geschehnisse beziehen.

Blockchain und AI: Bist du bereit?

Die beiden Zukunftstechnologien Blockchain und AI zu kombinieren führt zu interessanten Anwendungsfällen. Der dezentrale und automatisierbare Wertetransfer mittels Blockchain führt zu effizienten Marktplätzen, welche wiederum die Entwicklung von sinnvollen AI-Anwendungen fördern kann. Dies wird durch die beiden Projekte Singularity.net und Fetch.ai vorangetrieben.
Der umgekehrte Anwendungsfall, nämlich dass AI verwendet wird, um Smart Contracts auf der Blockchain durchsetzbar zu machen, ist noch Zukunftsmusik und wird zu einer Revolution in der Verwendbarkeit von Blockchain-Technologie führen. Es bleibt spannend!